Microsoft: Mitarbeiter unter Druck, während die Gewinne sprudeln

Während gerade bekannt wurde, dass Microsoft rund ein Viertel seiner Belegschaft loswerden will, vermeldete das Unternehmen jetzt erneut deutlich gestiegene Gewinne. 36,6 Milliarden Dollar (etwa 31 Milliarden Euro) Nettoüberschuss wurden in nur drei Monaten erwirtschaftet.
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  • Microsoft steigerte den Quartalsumsatz um 19 Prozent auf 92,3 Milliarden Dollar
  • Rund 60.000 Angestellten wurden zuvor Angebote für freiwillige Abfindungen gemacht
  • Das Cloud-Geschäft wuchs im Vorjahresvergleich um beachtliche 30 Prozent
  • Große Technologiekonzerne investieren enorme Summen in die KI-Infrastruktur
  • Konzernchef Satya Nadella betont bereits sichtbare Erfolge der neuen Technologie
  • Experten bezweifeln messbare Produktivitätsgewinne durch künstliche Intelligenz

Neue Rekord-Einnahmen

Wenige Tage vor der Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen hatte das Unternehmen angekündigt, rund 60.000 Beschäftigten Abfindungsangebote zu unterbreiten, wenn sie den Konzern freiwillig verlassen. Hintergrund sind die hohen Ausgaben für den Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI).

Nun hieß es aus Redmond, dass eben jene Beschäftigten, die nun also zurückstecken sollen, einen Umsatz von 92,3 Milliarden Dollar (etwa 79 Milliarden Euro) erwirtschaftet haben. Das sind 19 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Besonders stark entwickelte sich dabei das Cloud-Geschäft: Die Einnahmen von Microsoft Cloud legten um 30 Prozent zu. Zu diesem Bereich gehören verschiedene Cloud- und Unternehmensdienste, mit denen Microsoft einen wachsenden Teil seines Geschäfts abdeckt. Die Zahlen übertrafen dabei die Erwartungen der Analysten. Microsoft Umsatz Q1 2027Umsatz-Entwicklung Microsofts in Milliarden Dollar Wie andere große Technologiekonzerne investiert Microsoft derzeit erhebliche Summen in Rechenzentren, leistungsfähige Chips und weitere technische Grundlagen für KI-Anwendungen. Der Konzern muss dabei den Spagat zwischen dem Ausbau neuer Geschäftsfelder und der Kontrolle seiner Kosten bewältigen. Ob sich die enormen Investitionen langfristig auszahlen, ist weiterhin eine offene Frage.

Die Finanzmärkte beobachten die Quartalszahlen der großen Tech-Unternehmen deshalb besonders genau. Amazon, Meta und Googles Mutterkonzern Alphabet dürften in diesem Jahr zusammen mit weiteren Investitionen der Branche enorme Beträge in KI-Chips und Rechenzentren stecken. Allein für Amazon, Meta und Alphabet werden Ausgaben von insgesamt mehr als 700 Milliarden Dollar (etwa 602 Milliarden Euro) erwartet.

Nadella ist optimistisch

Microsoft-Chef Satya Nadella sieht jedenfalls bereits positive Auswirkungen der KI-Technologie. Die Entwicklung der letzten Zeit habe deren Verbreitung beschleunigt und zeige in zahlreichen Branchen konkrete Ergebnisse, erklärte er. Den Optimismus teilen unabhängige Beobachter aber nur bedingt. Übereinstimmend mit anderen Studien kam ein Ökonom gerade zu dem Schluss, dass die KI-Integration in Firmenprozesse bisher noch kaum positive Auswirkungen auf die gesamte Produktivität zeige.

Gleichzeitig verwies Microsoft in seiner Prognose auf Risiken, zu denen auch die erheblichen Investitionen in KI zählen. Denn den enormen Investitionen in neue Rechenzentren stehen bisher noch keine Einnahmen aus der KI-Vermarktung gegenüber, mit denen die Ausgaben wieder hereingeholt werden könnten.


Die Entwicklung steht im Kontrast zu den Ergebnissen von Alphabet. Der Google-Mutterkonzern enttäuschte Anleger mit einem Rückgang des Quartalsgewinns um 25 Prozent. Die Aktie verlor daraufhin 9,75 Prozent. Auch Alphabet kündigte an, weiterhin massiv in KI zu investieren. Die unterschiedlichen Reaktionen zeigen, wie genau Anleger inzwischen darauf achten, ob sich die hohen Ausgaben in entsprechendem Wachstum niederschlagen.

Siehe auch:
Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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